Kultur

Leitlinien der SPD für die Kulturentwicklung Bremerhavens

 

Der vor mehr als einem Jahrzehnt eingeleitete Strukturwandel Bremerhavens ist an vielen Stellen sichtbar. Neben den traditionellen wirtschaftlichen Standbeinen Hafen & Logistik, Werftindustrie und Fischwirtschaft sind weitere Bereiche entstanden. Neue Arbeitsplätze in der Windenergie und in der Tourismus-Branche, in den neuen Forschungseinrichtungen und an der Hochschule sorgen für eine steigende Einwohnerzahl.

 

Damit Bremerhaven aber nicht zu einer langweiligen Boomtown wird, müssen wir als Sozialdemokraten dafür sorgen, dass sich Lebensqualität für die Menschen und Urbanität der Stadt weiterentwickelt.

 

Für diese Aufgabe ist ein hochwertiges und breit angelegtes Kulturangebot unverzichtbar. Als innovative Bausteine des Strukturwandels können Kunst und Kultur dazu beitragen, die Identifikation der Bürger/innen mit Ihrer Stadt zu stärken.

 

Zeitgemäße Wohnformen in Verknüpfung mit nachhaltiger Mobilität, vielseitig profilierte Bildungseinrichtungen und eine lebendige Kulturlandschaft prägen Identität und Attraktivität einer Stadt. Kulturpolitik muss somit fester Bestandteil der Stadtentwicklung sein.

 

Die SPD Bremerhaven begrüßt daher den vom Kulturamt eingeleiteten Prozess der „Zukunftswerkstatt Bremerhaven Kultur 2027“ und die Impulse, die durch diese beispielhafte Form der Bürgerbeteiligung hervorgegangen sind. Die SPD Bremerhaven wird die Fortsetzung der Diskussionen weiter eng begleiten und erwartet, dass die Ergebnisse in den Handlungsrahmen der Kultur- und der Stadtentwicklung einfließen.

 

Die SPD Bremerhaven unterstützt insbesondere die bereits gefassten Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung und des Kulturausschusses im Hinblick auf die langfristige und damit verlässliche Absicherung sowohl der großen Kultureinrichtungen als auch der freien Kulturszene sowie die Stärkung der regionalen Kooperation und der Kulturentwicklung im Land Bremen. 

 

Kulturentwicklung in Bremerhaven und Bremen

 

Kulturpolitik im Lande Bremen ist derzeit ausschließlich Kulturpolitik in zwei Stadtgemeinden. Die SPD begrüßt daher die Verabredung zwischen Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz und Kulturdezernent Michael Frost zur Vorlage eines gemeinsamen Kulturberichts für das Land. Dieser Bericht soll die Grundlage für eine Debatte über eine Landeskulturpolitik bilden, deren Ergebnisse auch Eingang in die Arbeit des Zukunftsrates Bremen finden sollen. Im Rahmen der innerbremischen Finanzbeziehungen ist auch zu verhandeln, inwieweit das Land zur Absicherung von Kultureinrichtungen wie etwa der städtischen Theater beitragen kann. 

 

Regionale Kulturentwicklung


Aus der Diskussion über die Kulturfinanzierung ist die Diskussion über eine regionale Kulturentwicklung hervorgegangen. Die SPD unterstützt diese Überlegungen und fordert die Beteiligten dazu auf, im Rahmen des Regionalforums Bremerhaven zu gemeinsamen Leitlinien der Kulturentwicklung zu gelangen.

 

Kulturelle Vielfalt und Wissenschaft als Motor der Stadt- und Stadtteilentwicklung


Sowohl die Entwicklung rund um den Theodor-Heuß-Platz und den Havenwelten, als auch das Schaufenster Fischereihafen, das Goethequartier oder die Alte Bürger zeigen auf unterschiedliche Weise die Bedeutung kultureller Angebote für die Quartiersentwicklung. Darüber hinaus trägt die Vielfalt kleiner wie großer Kultureinrichtungen direkt zum Imagewandel bei. Denn Bremerhaven wird überregional bereits als die Stadt des Auswanderer- und des Klimahauses, eines Stadttheaters, das mehrfach auf Bundesebene ausgezeichnet wurde, sowie einer wachsende Anzahl von renommierten Wissenschaftsinstituten wahrgenommen. 

Kulturstandort und Wissenschaftsstandort müssen zusammen gedacht werden. Qualifizierte Fachleute, Wissenschaftler und Studierende siedeln sich nur in einer Stadt an, die über ein lebendiges kulturelles Leben verfügt. Somit ist die Stärkung der Kultureinrichtungen immer auch eine Investition in den Imagewandel Bremerhavens.

 

See- und Kulturstadt Bremerhaven

 

Die meisten Besucherinnen und Besucher Bremerhavens schätzen das maritime Flair unserer Stadt, das sie insbesondere in den Havenwelten und im Schaufenster Fischereihafen finden. Eine erfolgreiche Tourismusstrategie muss darauf ausgerichtet sein, Urlauber länger als nur für einen Tagesausflug in der Stadt zu halten. Hierbei ist auch der wachsenden Zahl an Kreuzfahrt-Touristen erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. 

Die vielen qualitativ hochwertigen Kultureinrichtungen der Stadt können und sollen hier eine Schlüsselrolle einnehmen. Aus diesem Grunde erwartet die SPD eine stärkere Einbeziehung der Kultur in das touristische Marketing für die See- und Kulturstadt Bremerhaven. Das gilt auch für Events mit überregionaler Ausstrahlung, wie z.B. die Open Air Konzerte der Stadthalle und die erfolgreichen Veranstaltungsreihen Kino im Hafen und Bremerhavener Musiksommer.

 

Die SPD befürwortet auch ausdrücklich die stärkere Einbeziehung von einheimischen Künstlern und Kulturschaffenden in die Planung und Durchführung touristischer Veranstaltungen, da die Stärkung der regionalen Szene sowohl nach innen als auch nach außen wirkt und die Stadtidentität stärkt. 

Entsprechend ihrer Bedeutung für die touristische Entwicklung soll die Kultur künftig – wie auch in der Stadtgemeinde Bremen – von den Einnahmen der Citytax profitieren. 

Um neue Projekte realisieren zu können, sollen die Erlebnis Bremerhaven GmbH und Kulturamt mindestens 25 % der Citytax Einnahmen gemeinsam erhalten. Es ist anzustreben, den Ansatz in den Folgejahren weiter zu erhöhen. 

 

Verlässliche Absicherung des Stadttheaters und der Kultureinrichtungen

 

Die Bremerhaven SPD steht zum Stadttheater, das den kulturellen Mittelpunkt der städtischen Bürgergesellschaft bildet, als Dreispartenhaus incl. Kinder- und Jugendtheater.
Entsprechend dem Beschluss des Kulturausschusses unterstützt die SPD die verlässliche Absicherung des Stadttheater Bremerhavens durch einen Kontrakt mit dem Magistrat, in dem die finanziellen Rahmenbedingungen des Theaters verbindlich festgelegt werden sollen. Dieser Kontrakt soll bis zur Beschlussfassung über den kommunalen Haushalt 2020 vorliegen.

Im Rahmen der „Zukunftswerkstatt“ wurde von vielen Teilnehmern/innen häufig auf das breit angelegte und qualitativ hochwertige Kulturangebot gelobt. Die jährliche „Lange Nacht der Kultur“ zeigt immer wieder eindrucksvoll was alles in unserer Stadt geschieht. Leider hat die schwierige Haushaltssituation Bremerhavens zu einer un-übersehbaren Verknappung der Mittel für Kultureinrichtungen wie zum Beispiel dem Theater im Fischereihafen, der BIK, bei der Kunsthalle/ Kunstmuseum, der Stadt-bibliothek bis hin zum Pferdestall, geführt. Mit den aktuellen Haushaltbeschlüssen hat die STVV nun wieder für die finanzielle Ausstattung gesorgt. Ohne Zweifel benötigen auch diese Kulturangebote eine verlässliche finanzielle Absicherung. Dafür werden wir uns auch zukünftig einsetzen.


Weiterentwicklung des Historischen Museums

Die SPD steht zur Weiterentwicklung des Historischen Museums Bremerhaven. Nach der Einführung des kostenfreien Eintritts seit dem 1.1.2018 wurde durch den Haushaltsbeschluss die Voraussetzung für ein verbessertes Marketing und die Attraktivierung der Ausstellung geschaffen. Wir erwarten einen deutlichen Ausbau der themenbezogenen Führungen. Perspektivisch ist die Erweiterung des Museums vorzusehen, um auch die jüngere Geschichte Bremerhavens in der Dauerausstellung angemessen berücksichtigen zu können. 

 

Ehrenamtliches Engagement stärkt die Stadtteile

Kulturentwicklung lebt in besonderem Maße von ehrenamtlichem Engagement. Von der Bereitschaft vieler Bürgerinnen und Bürger, sich für die Kultur zu engagieren, hängt nicht zuletzt die Attraktivität auch einzelner Wohnquartiere ab. Die SPD fördert dieses Engagement und begrüßt daher die Absicherung insbesondere des Bremerhavener Kulturtopfes und der freien Kultur durch die jüngsten Haushaltsbeschlüsse der Stadtverordnetenversammlung. Sie erwartet, dass die freie Kultur in den nächsten Jahren weiter gestärkt wird und Kulturangebote auch in Stadtteilen entwickelt werden, die bislang noch nicht ausreichend berücksichtigt sind. 

 

Kulturelle Bildung schafft Chancengerechtigkeit


Kultur wird identitätsbildend und sinnstiftend, und sie stärkt die Stadtgesellschaft. Der Zugang zur Kultur ist für die SPD gerade in einer Stadt, in der viele Menschen aufgrund von Armut keinen oder nur geringen Zugang zur Kultur finden, von besonderer Bedeutung. Projekte der kulturellen Bildung insbesondere für Kinder und Jugendliche haben eine Schlüsselfunktion für Teilhabe und Chancengerechtigkeit. 

Die SPD unterstützt daher die Idee des Kulturamtes zur Schaffung eines Zentrums der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche, um die Impulse vorhandener Träger durch ihre Bündelung zu stärken. 

Besondere Bedeutung hat in diesem Zusammenhang auch die im Teilhabeplan der Stadt festgeschriebene „gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung“, sowie die stärkere Netzwerkbildung zur Barrierefreiheit in Kultur und Bildung mit Beteiligung von Menschen mit Behinderung.

 

 

Förderung der Jugendkultur fördern

 

Kinder und Jugendliche suchen auch in kultureller Hinsicht nach eigenen Ausdrucksformen. Sie sollen nicht nur passive Nutzer etablierter Ein-richtungen sein, sondern über eigene Experimentierräume verfügen. Die SPD hat sich deshalb für die Einführung des Kinder- und Jugendkulturfonds „Cash for Culture“ eingesetzt und hierfür im laufenden Doppelhaushalt Mittel eingestellt, die in möglichst großer Selbst-verantwortung niedrigschwellig von und für Kinder- und Jugendprojekte umgesetzt werden sollen. 

Dabei soll auch die beschlossene Jugend-Stadtverordnetenversammlung einbezogen werden.

 

Interkulturelle Öffnung und internationale Verbindungen

 

Die Zusammensetzung der Stadtgesellschaft hat sich – nicht nur aufgrund der jüngsten Zuwanderung – deutlich geändert. Das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen erfordert eine interkulturelle Öffnung aller Institutionen, die in Bremerhaven bereits vorbildlich praktiziert wird, wie jüngst die Auszeichnung der Volkshochschule mit dem Diversity-Preis des Landes Bremen bewies. Die SPD bekennt sich zur kulturellen Vielfalt der Stadtgesellschaft und somit auch zur Förderung kultureller Initiativen, die das Ziel der Verständigung und der Anerkennung von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur oder Religion verfolgen. Die Förderung dieses Austauschs stärkt die demokratische Gesellschaft gegen Intoleranz, Rassismus und Hetze. 

Deshalb sollen auch die Verbindungen zu unseren Partnerstädten durch kulturellen Austausch und gemeinsame Kulturprojekte wieder belebt werden.

Uwe Schmidt

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