SPD kritisiert gravierende Fehlbewertung der Hip-Hop-WM

Veröffentlicht am 12.10.2019 in Unterbezirk

Günthner: „Bockmist der Stadttouristiker starkes Stück“
 
Bremerhaven, 12. Oktober 2019. „Mir scheinen da einige Sensoren verstaubt – freundlich formuliert“, kommentiert Bremerhavens SPD-Vorsitzender Martin Günthner die Einschätzung von Erlebnis Bremerhaven, die in der kommenden Woche in der Stadt beginnende Hip-Hop-Weltmeisterschaft sei mit Blick auf Stadtmarketing-Aspekte eher unbedeutend. Nach dem verheerenden Feedback aus Hotellerie und Einzelhandel stelle sich die Frage, in welchem Elfenbeinturm die Stadttouristiker ihre fachliche Bewertung gefunden haben: „Es ist schon ein starkes Stück, als städtische Gesellschaft für Touristik, Marketing und Veranstaltungen einen solchen Bockmist zu verbreiten“, kritisierte Günthner.

 

Das sportliche Großereignis, organisiert von der Bremerhavener Traditions-Tanzschule Beer und der Tanzsportgemeinschaft Bremerhaven, bringt 3200 Tänzerinnen und Tänzer in der Altersspanne von fünf bis 52 Jahren plus deren Angehörige und Trainer an die Weser. Wer sich ein bisschen mit der Hip-Hop-Branche auskenne, der wisse, so Günthner, dass das ein Sport sei, bei dem mit hohem privatem Geldeinsatz zum Teil weltweite Flugreisen und Übernachtungen gestemmt werden. „Wie man vor dem Hintergrund zu der Einschätzung kommen kann, die Wirtschaftskraft dieser Gruppe sei als nicht sehr hoch einzuschätzen, ist mir ein echtes Rätsel“, so der SPD-Vorsitzende.

 

Erlebnis Bremerhaven sei gut beraten, sich an Bremen ein Beispiel zu nehmen, sagte Günthner und verwies auf die große Schwesterstadt: Dort mache man in der Verbindung aus Messe und Veranstaltungsgeschäft sowie Tourismus und Marketing vor, wie es richtig gemacht werden müsse. „Eine solche Veranstaltung dieser Liga muss ordentlich beworben werden und verbunden werden mit einem ,Wir sind Hip-Hop‘-Gefühl. Aber unsere Stadttouristik bucht den Schlafwagen“, ärgert sich Günthner. Inwieweit sich diese vermurkste Situation noch retten lasse, könne er nicht einschätzen, so der SPD-Politiker: Erlebnis Bremerhaven sei in jedem Fall gut beraten, die verbleibenden Chancen zu nutzen, um den Werbeeffekt nicht komplett verpuffen zu lassen.

 

Günthner kündigte an, die SPD werde dem Geschäftsführer von Erlebnis Bremerhaven, Raymond Kiesbye, Gelegenheit geben, die Angelegenheit in der nächsten Sitzung des Aufsichtsrates zu erklären: „Im Augenblick muss man sich ernsthaft die Frage stellen, ob der Geschäftsführer seinen Aufgaben wirklich gewachsen ist.“